Tulpa

Eine Tulpa ist eine unabhängige Persönlichkeit, die gemeinsam mit dem Host, also dir, in Gedanken, „lebt“.

Tulpas können fühlen, haben ihre eigenen Gedanken, ein eigenes Bewusstsein, eine eigene Wahrnehmung und sogar eigene Erinnerungen. Diese Eigenschaften machen sie zu einer richtigen Person.

Im Wesentlichen ist eine Tulpa eine Persönlichkeit, die häufig mit einer Form in Zusammenhang gebracht wird. Diese optionale Form kann zu Beginn vom Host selbst festgelegt werden. Ebenfalls ist es möglich, dass sich die Tulpa später selbst für ein Aussehen entscheidet. Wichtig zu erwähnen ist, dass die Form einer Tulpa, genau wie ein Wonderland, variabel ist und sich auch im Laufe der Zeit immer mal wieder verändern kann.

Mit Tulpas kann man sich, wie auch mit "echten" Personen, unterhalten. Dabei findet meistens die sogenannte "Mindvoice" Anwendung. Ebenfalls ist es möglich, eine impositionierte Stimme zu verwenden. Die Imposition ist aber nicht nur auf autitive Reize begrenzt: Es lassen sich auch alle anderen Sinne mithilfe der Imposition wahrnehmen, als kämen sie von einer physischen Person. Diese Fähigkeit erlaubt es, die Tulpa auch in der "echten" Welt wahrzunehmen.

Da eine Tulpa in den meisten Fällen vollen Zugriff auf deine Gedanken hat, ist es schwierig, Geheimnisse vor ihr zu wahren. Normalerweise ist eine Tulpa sehr verständnisvoll über die aktuelle Situation des Hosts.

Tulpas sind keine Dämonen, spirituellen Gestalten oder Psychosen. Sie sind Konstrukte unserer Gedanken und haben nur so viel Macht, wie man ihnen gibt - nicht mehr.

Worüber man sich keine Sorgen machen muss ist, dass eine Tulpa den Körper zufällig übernehmen kann. Viele Systeme beherrschen zwar Fähigkeiten wie Switching und Possession, benötigten aber viel Übung und Zeit auf beiden Seiten, um diese zu erlernen. Denke trotzdem daran, dass die Tulpa selbst vom Körper abhängig ist, um zu überleben - weshalb sie in den wenigsten Fällen gefährliche Aktionen vollzieht, wenn es nicht absolut notwendig ist.

Eine Tulpa ist nicht gleichzusetzen mit einer multiplen Persönlichkeitsstörung oder einer Schizophrenie. Sie ist auch nicht in der Lage, solche Krankheiten zu erzeugen.

Sie sollten nicht explizit zur Behandlung mentaler Probleme erschaffen oder eingesetzt werden. Sie können zwar unterstützend und begleitend wirken, sind aber keinesfalls Ersatz für professionelle Behandlung.